Moringa – Wundermittel oder Hype?

Moringa – Wundermittel oder Hype?

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Was genau ist eigentlich Moringa und was steckt wirklich hinter diesem Vitalstoffwunder? Was ist an der heilenden Wirkung des gehypten Moringabaums dran und warum ist er angeblich so gesund für unseren Körper? Wofür kann er verwendet werden und gibt es bereits bekannte Nebenwirkungen?

Was ist Moringa?

Chia Samen, Lein und Quinoa bekommen Konkurrenz – Moringa ist die neue Wunderpflanze, die seit zwei Jahren für Aufruhr in der Superfood-Szene sorgt und als DAS Superfood schlechthin gehypt wird. Moringa, auch als Wunderbaum, Trommelstockbaum oder Behenölbaum bekannt, kommt in nahezu allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde vor. Er wächst problemlos in den feuchtwarmen Regionen Asiens und Südamerikas als auch unter den extrem trockenen Bedingungen in Afrika. Seinen Ursprung als Heilpflanze hat Moringa allerdings in Indien. Dort wurde der Superbaum schon vor Tausenden von Jahren wegen seiner heilenden und positiven medizinischen Eigenschaften verehrt und verwendet. Die charakteristisch gewundene, Trommelschlägel-artige Form der Früchte bzw. Schoten des Moringabaums sind namengebend für die Pflanze und werden gerne als „Drumsticks“ bezeichnet. Der Name stammt aus dem Tamilischen, der Sprache der in Südindien und Sri Lanka beheimateten Tamilen. „Murungai“ bedeutet dort gewundene Schote oder Hülse.

Das Tolle an der Pflanze ist, dass alle Bestandteile verarbeitet und gegessen werden können, von der Wurzel bis zur Frucht. Die Samen lassen sich zum Beispiel ähnlich wie Erbsen zubereiten und die kleinen, runden Blätter können entweder roh oder gemahlen als Pulver verwendet werden. Die meisten Moringa-Liebhaber bevorzugen letztere Form, um ihren Super-Smoothies den letzten Schliff zu verleihen. Auch die Lebensmittelindustrie ist schon längst auf den Moringa-Hype angesprungen und versetzt ihre Produkte, egal ob Säfte, Kombucha oder andere Health-Food-Snacks mit dem geschmacklich Matcha-ähnlichen Wunderpulver. Wegen seiner geringen Anbaukosten und der enormen Nährstoffspeicherkapazität der Blätter (selbst im getrockneten Zustand) wird Moringa unter Ernährungsexperten auf der ganzen Welt als die Wunderwaffe gegen Mangelernährung angesehen. Doch bevor Sie jetzt gleich euphorisch ins Reformhaus laufen, lesen Sie erst einmal weiter. Weiter unten im Artikel erfahren Sie mehr über die potenziellen Nebenwirkungen, die leider neben all den positiven Attributen mit dem Verzehr von Moringa assoziiert werden – bleiben Sie also dran.

Wofür wird Moringa verwendet?

Bereits die altindischen ayurvedischen Meister waren von den heilenden Kräften des Moringabaums überzeugt und haben gelehrt, das Moringa 300 Krankheiten präventiv entgegenwirken kann. Das klingt zunächst großartig, aber behalten Sie im Hinterkopf das solche Zahlen nicht auf klinische Studien gestützt sind. Nichtsdestotrotz ist die Liste der guten Eigenschaften des Moringabaums beachtlich und viel zu lang, um alle aufzuzählen. Deshalb hier die Wichtigsten im Überblick:

  • Schutz der Leber
  • Behandlung von Magenbeschwerden
  • Steigerung des Sexualtriebs
  • Schutz und Kräftigung für Haut und Haar
  • Behandlung von Ödemen
  • Verbesserung der Sehfähigkeit
  • Behandlung von Sichelzellanämie
  • Bekämpfung von bakteriellen Infekten
  • Wundheilung
  • Behandlung von Asthma
  • Behandlung von Diabetes

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Die 5 wichtigsten Vorteile von Moringa

Bei dem breiten Spektrum an Vorteilen, die Moringa auf unsere Gesundheit haben soll, würden uns glatt die Finger nach einiger Zeit verkrampfen. Deshalb haben wir uns hier auf die wichtigsten 5 konzentriert:

  • Mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin A, Kalzium, Eisen, Vitamin C, Proteinen und Kalium sind Moringablätter ein wahres Allround-Nahrungsergänzungsmittel. Die Schoten können da zwar nicht ganz mithalten, sind aber dennoch reich an wertvollem Vitamin C und deshalb keineswegs einfach abzuschreiben.
  • Unzähligen Studien zur Folge reduziert Moringa den Cholesterinspiegel und beugt so Herzkrankheiten vor.
  • Nicht nur das Moringa ein echtes Nähstoffwunder ist, die Pflanze ist auch reich an wertvollen Antioxidantien. Der hohe Gehalt an Chlorogensäure und Quercetin lässt die Konzentration an Antioxidantien im Blut bei regelmäßigem Verzehr buchstäblich in die Höhe schießen.
  • Stichwort Zucker. Wir werden immer wieder daraufhin hingewiesen, wie wichtig es ist, unseren Blutzuckerspiegel in Schach zu halten. Moringa kann dabei nachweislich helfen und den Blutzuckerspiegel signifikant senken. Tatsächlich konnten in einer Studie entsprechende Ergebnisse erzielt werden: Durch den Verzehr von 50 g Moringablättern innerhalb der Mahlzeiten hat sich der Blutzuckerspiegel von 6 Diabetikerpatienten um satte 21 % reduziert.
  • Moringa ist vor allem für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt. Dennoch ist hier Skepsis geboten. Die jeweiligen Analysen stützen sich bislang nur auf Studien, die im Reagenzglas oder an Tieren durchgeführt wurden – der Nachweis eines gleichwertigen Effekts im menschlichen Körper steht also noch aus.

Nebenwirkungen durch den Verzehr von Moringa

So viel Gutes der bescheidenen Moringapflanze auch zugesprochen werden kann, ist dennoch Vorsicht geboten. Leider sind unter anderem folgende Nebenwirkungen mit ihrem Verzehr verbunden:

  • Verzehr von Wurzel und Stamm können anscheinend zu Fehlgeburten führen. Einige Quellen sagen aus, dass das ebenso auf die Blätter zutrifft.
  • Gestützt auf Forschungsergebnissen, wird den Samen eine mögliche zellschädigende und immunsuppressive Wirkung nachgesagt.
  • Moringablätter können Verdauungsstörungen verursachen oder einen abführenden Effekt

Unser Fazit

Moringa hat sicherlich gesundheitsfördernde Eigenschaften, dennoch mangelt es enorm an fundierten Nachweisen, die seine vermeintlich außerordentliche Wirkung auch belegen. Die potenzielle Gefährdung von Fruchtbarkeit und Schwangerschaft wird sicher viele potenzielle Konsumenten davon abhalten, sich auf den Verzehr von Moringaprodukten einzulassen. Alles in allem kommen wir (wie immer!) zu dem Schluss, dass sich maximale Gesundheit nicht ausschließlich durch den Konsum der gehypten „Superfoods“ erreichen lässt – das wäre ja auch zu einfach. Eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise ist und bleibt das A und O. Moringa, Chia und Co. sollten also immer nur als Nahrungsergänzungsmittel und nicht Nahrungsersetzungsmittel angesehen werden.

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