Schritte, Axtwerfen und frittierter Käse: Mit dem Aktivitätstracker auf der Big E

Schritte, Axtwerfen und frittierter Käse: Mit dem Aktivitätstracker auf der Big E

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Zählt ein Ausflug zu einer Messe mit Kirmes als Workout? Unsere Bloggerin berichtet, wie sie versucht, den Genuss von Krapfen und Windbeuteln mit einem persönlichen Schritterekord wettzumachen.

Auf die Eastern States Exposition in Springfield, Massachusetts, freue ich mich das ganze Jahr über. Die volksfestartige Landwirtschaftsmesse, auch als Big E bekannt, ist mit einer gigantischen Fläche von etwa 48 Hektar die größte Veranstaltung ihrer Art an der Ostküste der USA und eine der zehn größten in ganz Nordamerika. Anstelle nur eines Bundesstaates ist dort ganz New England vertreten: Massachusetts, Vermont, Connecticut, Maine, New Hampshire und Rhode Island. Die Big E findet immer in den letzten beiden Septemberwochen um meinen Geburtstag herum statt, und mein Mann und ich verbringen jedes Jahr zwei ganze Tage auf der Messe – denn so lange brauchen wir, um uns alles anzusehen. Ich liebe Landwirtschaft, Kunsthandwerk, interessantes Essen, niedliche Tiere und verrückte Schilder. Auf der Big E gibt es all das und noch viel mehr.

Wenn ich von der Big E nach Hause komme, bin ich immer völlig erschöpft vom ununterbrochenen Herumlaufen und Essen. Weil das Messegelände so riesig ist und so viele Aktivitäten zu bieten hat, habe ich mich schon oft gefragt, wie viel Bewegung wir dabei tatsächlich bekommen. Also beschloss ich, es in diesem Jahr herauszufinden und meine Steel HR mitzunehmen. Begleiten Sie mich zwei Tage lang und erleben Sie, wie ich alles esse, was mir unter die Nase kommt, und versuche, so viele Schritte wie möglich einzuheimsen.

Freitag

11:38 Uhr Wir kaufen Eintrittskarten und gehen rein. Ich mache Luftsprünge vor Freude und Aufregung.

12:06 Uhr Im Biergarten. Ich bestelle frittierten Camembert mit Champagnersenf und dazu ein Hefeweizen. In diesem Jahr wird leider keine Polka gespielt, also rocke ich zu Glam-Metal-Songs mit.

12:15 Uhr Elektronisch gesteuertes Gemüse gibt im Farm-A-Rama-Gebäude eine Gesangsnummer zum Besten. Wir gehen lieber wieder an die frische Luft!

12:21 Uhr Robert de Niro, Danny DeVito und Jack Nicholson laufen uns über den Weg (Leider nur Doppelgänger!). Sie scheinen nett zu sein.

12:29 Uhr Zeit für Piroggen. Piroggen sind kleine polnische Teigtaschen, die unterschiedliche Füllungen haben können; die von Millie´s Pierogi aus Chicopee in Massachusetts sind perfekt. Ich kann das einschätzen, denn als Polin bin ich damit aufgewachsen. Ich bestelle eine Kartoffel-Käse-Pirogge, eine mit Quark und eine mit Pflaumen. Wahrscheinlich denken Sie jetzt: „Igitt, Klöße mit Pflaumen!“. Falsch gedacht – sie sind köstlich, glauben Sie mir. Außerdem sind Pflaumen wirklich gesund.

13:00 Uhr Wir gehen weiter zur Avenue of States.

Das State House von Connecticut

Im hinteren Bereich des Messegeländes stehen echte, dauerhafte Nachbildungen der State Houses von New England – also der Regierungssitze von Rhode Island, Massachusetts, Connecticut, Vermont und New Hampshire. In den Gebäuden werden Speisen und Kunsthandwerk verkauft. Hier gibt es alle für New England typischen Delikatessen. Lust auf Wildheidelbeeren? Ab nach Maine. Cranberrys? Massachusetts. Würziger Cheddar gefällig? Dafür müssen Sie nach Vermont. Noch nie eine Nördliche Venusmuschel probiert? Einfach mal in Rhode Island vorbeischauen. Oder muss es gerade jetzt unbedingt ein Pez (Diese Süßigkeit haben Sie bestimmt auch schon einmal im Supermarkt an der Kasse gesehen, oder?) sein? Dann auf nach Connecticut. Lustige Tatsache: Der Unternehmenssitz von Pez befindet sich ganz in der Nähe, nämlich in Orange, und ja, Sie können das Werk besichtigen.

Eine weitere lustige Tatsache: Der Grund und Boden unter jedem State House ist theoretisch Eigentum des jeweiligen Bundesstaates. Wenn Sie also das New Hampshire State House betreten, befinden Sie sich theoretisch in New Hampshire. Das haut Sie um, oder?

13:10 Uhr Ich gehe schnurstracks zum State House von Vermont, um mir eine wunderschöne karierte Wolltasche von Johnson Woolen Mills zu kaufen, der letzten Wollspinnerei in New England und einer von nur fünf noch existierenden Spinnereien in den ganzen USA. Ich liebe ihre Produkte.

13:21 Uhr Ich mache mich über einen frischgebackenen Maple Cream Cookie aus Vermont her. Er besteht aus zwei dicken Butterkeksen mit einer fast fingerbreiten Schicht Ahornbutter in der Mitte. Der Cookie hat bestimmt 500 Kalorien, aber ich bereue nichts – schließlich sind wir auf der Big E!

13:55 Uhr Wir befinden uns in Massachusetts und informieren uns über Cranberry Bogs – die Felder, auf denen Cranberrys wachsen. Und hier eine Frage, die Ihnen noch nie in den Sinn gekommen ist: Wurden beim allerersten Thanksgiving-Fest Cranberrys serviert? Auf dem Schild steht als Antwort: „Das wissen wir nicht!“

Es gibt auch einen Instagram-Hashtag zum Thema: #boglove. Ich habe mal auf Instagram nachgeschaut: Neben einigen hübschen Bildern von Cranberry Bogs findet man dort auch viele Fotos von Hunden – aka „dogs“. Uups! #autokorrektur

14:20 Uhr Axtwerfen vor dem New Hampshire State House. Wie wirft man eine Axt? „Da sind nur Geschwindigkeit und Drehung entscheidend“, erklärt der Mann vom Stand. Die Äxte sind schwerer als gedacht; bei den ersten drei Versuchen drehe ich zu stark, aber die vierte trifft. Fühlt sich gut an! Dann ist mein Mann an der Reihe – und trifft drei Mal hintereinander.

Hinweis an Withings: Wie wäre es mit „Axtwerfen“ als Aktivität?

Axtwerfen vor dem New Hampshire State House

14:45 Uhr Ich bin schon bei 6.000 Schritten. Im Vorbeilaufen sehen wir ein, ähm, Kamelrennen? Es laufen auf jeden Fall vier Kamele herum. Punkt an die Big E für Einfallsreichtum.

15:36 Uhr Wieder in Vermont zu einer kleinen Weinverkostung, natürlich auch mit Ahornwein. Ich bin froh, dass das nicht vor dem Axtwerfen auf dem Programm stand.

16:35 Uhr Wir lassen uns von der Musik der Pioneer Valley Regional High School Blaskapelle mitreißen. Noch mehr Schritte!

17:11 Uhr Ich kaufe mir ein T-Shirt, auf dem George W. Bush Pistolen schwingend auf einem Hai reitet. Die andere Option wäre Ronald Reagan auf einem T-Rex gewesen.

17:16 Uhr In Massachusetts gönne ich mir Krapfen mit Kürbis-Nutella-Füllung und einen frittierten Krapfen von V One Vodka in Hadley. Vor ein paar Jahren hatten wir den frittierten Krapfen schon einmal probiert, aber damals war er nicht so gut und hat eher an einen frittierten Wackelpudding erinnert. Doch dieses Jahr haben sie sich wirklich ins Zeug gelegt: In einer Mischung aus Zimt, Muskat, Chipotle-Paprika und Wodka pur wird ein Apfel eingelegt, den man anschließend in Rührteig rollt, frittiert und mit viel Soße übergießt. Heraus kommt ein würziger, alkoholgetränkter Apfelkrapfen – das Leckerste, das ich bisher auf der Messe gegessen habe.

Frittierte Krapfen auf der Big E

17:45 Uhr Wir besuchen junge Zicklein im Farm-A-Rama. Sie sind unglaublich süß, springen wie wild herum und stoßen sich gegenseitig mit ihren Köpfchen.

18:20 Uhr Im 4-H-Gebäude kommen wir an singenden, elektronisch gesteuerten Milchkartons vorbei. Ich brauche noch einen Krapfen.

20:05 Uhr 10.000 Schritte! Zurück in Vermont auf ein vegetarisches Curry, das aus Kichererbsen, frischem und eingelegtem Gemüse sowie Hummus zubereitet und mit Reis serviert wird. Dazu gibt´s Hibiskustee. Die Leute aus Vermont wissen wirklich, wie man hippie-vegetarisch kocht.

21:15 Uhr Wieder auf der anderen Seite des Messegeländes bei den Fahrgeschäften. Ein bisschen Kirmesspaß mit der Steel HR – warum nicht? Ich entscheide mich für die kleine, kompakte Mäuse-Achterbahn, bei der sich die Anzahl von steilen Stellen, Drehungen und engen Kurven in Grenzen hält. Mal sehen, wie sich das auf meine Herzfrequenz auswirkt. Hinweis für Besitzer einer Steel HR: Haben Sie das schon mal ausprobiert? Macht Spaß. Um Ihre Herzfrequenz ununterbrochen aufzuzeichnen, müssen Sie den Knopf an Ihrer Uhr ein paar Sekunden gedrückt halten. Wenn Sie fertig sind, halten Sie den Knopf noch einmal gedrückt. Das Diagramm wird daraufhin in der Health Mate App angezeigt.

Meine Herzfrequenz liegt normalerweise im 80er-Bereich, aber beim ersten Achterbahnanstieg kletterte sie auf 106! Laut Health Mate lag mein Rekord an diesem Tag bei 135 – ich wette, das war, als es das erste Mal in der Achterbahn abwärts ging.

22:05 Uhr Ich bin fix und fertig. Zeit zum Schlafengehen.

Schritte insgesamt: 22.362. Health Mate gratuliert mir zu einem neuen Rekord.

Samstag

12:06 Uhr Frühstück. Immer das Schrittziel im Hinterkopf, laufen wir die ganze Strecke über das Messegelände bis nach Massachusetts, um uns mit eingelegten Eiern, finnischen Eierkuchen mit sehr viel Pudding (schließlich sind wir am Eierstand!) und frischen Himbeeren zu stärken.

12:31 Uhr Zweites Frühstück. Wildheidelbeerkuchen und Ahorn-Eiskaffee aus Maine, woher auch sonst.

Ich unterhalte mich mit dem Mann vom Wildheidelbeeren-Stand aus Maine und nehme eine Broschüre darüber mit, wie sich Wildheidelbeeren auf die Gesundheit auswirken. Sie entpuppt sich als wirklich interessant: Anscheinend senken die Beeren möglicherweise das Risiko für Diabetes – cool, denn das ist etwas, das mir echt Sorgen bereitet – und Krebs und schützen sogar vor Alzheimer und dem Verlust der Gedächtnisleistung. Außerdem enthalten sie doppelt so viele Antioxidantien wie normale Heidelbeeren. Ich hab´s: Von jetzt an esse ich jeden Tag Wildheidelbeerkuchen.

13:05 Uhr Wir schlendern übers Messegelände zurück, um die Riesenskulptur aus Butter zu begutachten. In diesem Jahr handelt es sich dabei um eine Pferdekutsche aus 300 Kilogramm Butter – so viel, wie man für die Zubereitung von 19.200 Pfannkuchen braucht.

Die diesjährige Riesenskulptur aus Butter

14:01 Uhr Red Rock Amber Bier von der Opa Opa Brauerei in Easthampton, Massachusetts. Jemand erzählt, dass sich der US-Komiker Jim Gaffigan vor Kurzem kontrovers über Bier aus Mikrobrauereien ausgelassen hätte. Das kann ich echt nachvollziehen, wirklich … aber das Red Rock Amber sollte Jim mal probieren.

14:06 Uhr Elegante Pferdeshow. Ich weiß nichts übers Dressurreiten. Aber hier eine lustige Tatsache: Wussten Sie, dass die Länge des Pferdeschwanzes bei Wettkämpfen eine große Rolle spielt und einige Besitzer ihrem Tier sogar Haarverlängerungen verpassen? Nein? Na, jetzt schon!

14:55 Uhr 5.500 Schritte. Viele Leute laufen in T-Shirts mit dem Slogan „Faith, Family, Firearms“ (Glaube, Familie, Waffen) herum. Ich will eins, auf dem „Fungi, Frappés, Flügelhörner“ steht.

15:06 Uhr Wieder auf der Avenue of States. Jetzt gibt es Maiskolben und Apfel-Cider aus New Hampshire. Dieser Mais ist anders als der aus Indiana, wo ich aufgewachsen bin – irgendwie grasiger, erdiger und (sorry, Indiana!) besser.

Oxford & Clark begeistern mit „Take Me Home, Country Roads“. Beim Refrain kann man gar nicht anders als mitzusingen. Logischerweise singe auch ich mit.

15:25 Uhr Heute ist Vermont Day – das bedeutet Bands! – und Prydein bringen vorm State House ihre Dudelsäcke zum Rocken. Bei der Planung unseres Besuchs achten wir jedes Jahr auch ein bisschen darauf, ihren Auftritt nicht zu verpassen, denn die Band ist genial.

Ich sollte wirklich noch ein paar Schritte sammeln, aber ich bin schon total fertig. Also lasse ich mich auf den Boden plumpsen, esse meinen Mais und beobachte kleine Kinder, die verrückt herumtanzen.

15:55 Uhr Prydein spielen als letzten Song „Stairway to Scotland“, ihren großen Hit, bei dem man wirklich das Gefühl hat, auf einmal in Schottland zu sein.

16:30 Uhr Wir gehen rüber zum Farm-A-Rama, um uns die Riesenkürbisse anzusehen. Der diesjährige Gewinner bringt rund 653 Kilo auf die Waage.

Lustige Tatsache: Um Riesenkürbisse zu züchten, braucht man ein etwa 3 x 4,5 Meter großes Beet – pro Pflanze!

17:00 Uhr Jack Daniels Whiskey Brotpudding vom Burgundy Brook Cafe in Palmer, Massachusetts, aus hausgemachtem Zimtbrot und mit Schlagrahm beträufelt. Mein Mann greift sich eine Gabel, sagt: „Ich will nur mal kosten“ und isst den halben Brotpudding.

18:05 Uhr Wieder Zeit für Bier: Spencer Trappist Vienna Lager. Die Spencer Brewery in der St. Joseph´s Abbey in Spencer, Massachusetts, ist die erste und einzige zertifizierte Zisterzienserbrauerei in den Vereinigten Staaten. Wir haben die Zisterziensermönche schon in anderen Jahren auf der Big E getroffen. Sie sind sehr freundlich und machen auch gute Marmelade.

Ihr Bier ist wirklich vielschichtig: würzig, erdig, alle möglichen Aromen – und ich muss mich hinsetzen und es eine Weile verdauen.

20:10 Uhr 10.000 Schritte. Wir feiern mit Piroggen. Leider gibt es keine Pflaumenpiroggen mehr, aber die mit Kartoffeln und Käse sind fast genauso lecker.

21:00 Uhr Eine Big E ohne Big-E-Windbeutel geht gar nicht. Die Leute kaufen sie kartonweise, um sie mit nach Hause zu nehmen. Der Grund: Die Windbeutel sind super, super, SUPER lecker. Sie sind riesengroß, aber die Sahne ist leicht, schaumig und nicht zu süß, liegt also nicht so schwer im Magen. Wir teilen uns einen und lassen den Abend ausklingen.

21:31 Uhr Geschafft. Wie sich herausstellt, hatte die Big E am Samstag so viele Besucher wie noch nie zuvor an einem einzigen Tag, nämlich 172.659.

Schritte insgesamt: 15.152.

Nicht übel, oder? Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, Ihnen jetzt mitteilen zu können, dass ich auf diesem Ausflug trotz all des frittierten Essens abgenommen habe. Fehlanzeige: Beim Wiegen bin ich über ein halbes Kilo schwerer. Doch am nächsten Tag sind die Pfunde wieder weg. Mein zweitägiges Abenteuer auf der Big E hat mir also Kalorien und Schritte beschert – und: Ich bereue nichts!

Meine Schritte an den beiden Tagen in Health Mate

Bis zum nächsten Jahr!

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Tracy Majka

Tracy is a writer, editor, and longtime vegetarian who likes pie, biking, and hockey.
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