Zuviel Schlaf gibt es nicht – oder doch?

Zuviel Schlaf gibt es nicht – oder doch?

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Kann man wirklich von etwas Gutem zu viel bekommen? Erfahren Sie mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe von zu viel Schlaf und den möglichen gesundheitlichen Folgen.

Zu wenig Schlaf ist ungesund – das weiß so ziemlich jeder. Aber was genau sind die Risiken, wenn man zu viel davon bekommt? Die Schlafforschung ist derzeit populärer denn je. Ständig kommen neue Erkenntnisse zum Thema ans Licht. Unter anderem auch solche, die einen negativen Effekt von übermäßig viel Schlaf nicht ausschließen. Verwirrend nicht wahr? Keine Sorge, wir bringen Licht ins Dunkel und haben uns für Sie schlau gemacht. Hier erfahren Sie was passiert, wenn man zu oft auf die Schlummertaste drückt.

So viel Schlaf braucht ein Erwachsener

Schlaf ist eine absolute Notwendigkeit und sollte in unserem Alltag nicht an letzter Stelle stehen. Denn ohne könnten wir auf Dauer nicht überleben. Die US-amerikanische Sleep Foundation empfiehlt Erwachsenen (18-64 Jahre) eine Schlafdauer von 7-9 Stunden. Klar, jeder Organismus ist anders. Manch einer wacht nach 7 Stunden Schlaf frisch und erholt auf. Andere brauchen 1-2 Stündchen mehr. Das ist überhaupt kein Problem. Alles, was die 9 Stunden nicht übersteigt, gilt als gesund für uns und unseren Körper. Alles, was darüber hinausgeht, wird als unverhältnismäßig und ungesund eingestuft.

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Warum ist zu viel Schlaf ungesund?

Experte Prof. Franco Cappuccio ist Präsident der britischen und irischen Gesellschaft für Bluthochdruck (British and Irish Hypertension Society). Laut seinen Forschungsergebnissen steigt die Mortalitätsrate an, wenn man sich außerhalb der empfohlenen Schlafdosis bewegt. Zum Beispiel erhöht sich die Sterberate durch zu wenig Schlaf (unter 7 Stunden) um 12 %, durch zu viel Schlaf (über 8-9 Stunden) sogar um satte 30 %! Das entspricht dem gleichen Effekt von täglichem erhöhten Alkoholkonsum (mehrere Einheiten). Vergegenwärtigt man sich das, sollte man seine Schlafgewohnheiten tatsächlich nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Diese Fakten sind durchaus beängstigend. Aber die negativen Aspekte von zu viel Schlaf reduzieren sich nicht nur auf ein erhöhtes Risiko eher zu sterben. Gerade die Psyche kann extrem in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht selten werden Depressionen und andere mentale Probleme begünstigt. Einschlägige Studien offenbarten bereits, dass 15 % der teilnehmenden depressiven Versuchsteilnehmer angaben, zu viel zu schlafen.

Eine weitere Komplikation ist ein gesteigertes Risiko an Diabetes zu erkranken. Ja, Sie haben richtig gehört. Aber wie passt zusammen? Was hat unser Schlaf mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zu tun? Es scheint tatsächlich, dass zu viel Schlaf den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Vielleicht wegen zu vieler süßer Träume? Wer weiß. Jedenfalls existieren bereits Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Menschen mit ungesunden Schlafgewohnheiten eher dazu neigen, in ihrem späteren Leben Diabetes zu entwickeln.

Als Drittes können Herzerkrankungen die Folge von übermäßigem Schlafkonsum sein. Die wahrscheinlich schwerwiegendste Komplikation in diesem Zusammenhang. Allerdings sind sich die Wissenschaftler über die biologischen Zusammenhänge noch nicht ganz im Klaren. Aktuelle Studien liefern allerdings schockierende erste Ergebnisse. Laut der Analysen waren Frauen die 9-11 Stunden pro Nacht schliefen, um 38 % anfälliger eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln als die Kontrollgruppe.

Stichwort: Gewichtszunahme. Auch diese wird durch übermäßig viel Schlaf begünstigt. Das konnte bereits eine Studie aus 2008 belegen: Das Risiko übergewichtig zu werden war innerhalb der Gruppe der Langschläfer um satte 21 % erhöht. Generell nahmen die Probanden beider Gruppen, Lang- sowie Kurzschläfer, über eine Studiendauer von 6 Jahren mehr an Gewicht zu als die Normalschläfer.

Zusätzlich gibt es auch noch weitere körperliche Nebeneffekte wie beispielsweise Entzündungen oder Rücken- und Kopfschmerzen dazu. Haben Sie bereits irgendwelche dieser Symptome bei sich festgestellt, sind sich aber nicht sicher, ob das eventuell an ein paar Mützchen Schlaf zu viel liegt? Dann nichts wie ab zu Ihrem Hausarzt für einen Check-up.

Wer kam zuerst: Die Henne oder das Ei?

Ist es wirklich übermäßiger Schlaf an sich, der uns krank macht? Oder wird ein extremes Schlafbedürfnis durch andere gesundheitliche Probleme hervorgerufen? Das ist die Frage der Fragen zu diesem Phänomen. Ein typisches Henne-oder-Ei-Problem eben. Leider fällt eine konkrete Antwort schwer. Ein übersteigertes Bedürfnis nach Schlaf kann natürlich die Folge einer bestehenden Erkrankung sein. Genauso ist es aber auch möglich, dass manche Menschen mit einem gesunden Lebensstil schlichtweg mit weniger Schlaf auskommen, ohne davon Schaden zu nehmen.

Wir können das Problem auch selbst kreieren. Ein interessantes Review fasst Folgendes zusammen: Langschläfer fühlen sich oft schlapp und antriebslos und meinen Sie müssten deshalb noch mehr schlafen. So entsteht ein selbst produzierter und selbst erhaltender Teufelskreis aus zu viel Schlaf. Tatsächlich scheint es sich so zu verhalten, dass das optimale Schlaffenster nur einen geringen Spielraum erlaubt. Der bewegt sich zwischen 7 und 9 Stunden. Das haben auch unsere eigenen Analysen bestätigt. Wenn unsere Testpersonen mehr als 7 Stunden schliefen, waren die Wahrscheinlichkeiten einen gesunden BMI und einen optimalen Blutdruck zu haben um 20 % bzw. 21 % erhöht. Messungen mit Probanden, die weniger als 9 Stunden schlummerten, betrieben mit einer um 59 % erhöhten Wahrscheinlichkeit einen aktiveren Lebensstil als die Langschläfer.

Sind Sie betroffen, raten wir Ihnen Folgendes: Egal ob Erschöpfung, Schlafapnoe, idiopathische Hypersomnie oder eine Depression der Grund für Ihren übertriebenen Schlafbedarf sind. Finden Sie die Ursache schleunigst heraus und gehen Sie gezielt dagegen an.

Ihr Schlaf liegt uns am Herzen. Falls Sie sich jetzt Sorgen machen, dass Sie zu viel Zeit im Land der Träume verbringen, können wir eventuell Abhilfe schaffen. Mit Sleep, unserer schlauen Schlafsensormatte, können Sie Ihre Schlafgewohnheiten mühelos verfolgen und verbessern. Lesen Sie außerdem unsere 10 besten Tipps für einen besseren Schlaf und finden Sie heraus, wie Sie sich Ihr eigenes persönliches Schlafrefugium erschaffen.

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