Prediabetes – Was Sie darüber wissen sollten

Prediabetes – Was Sie darüber wissen sollten

Inspirationen
Kopiert!

Manche Ihrer liebsten Naschereien können nicht nur negativen Einfluss auf Ihren Taillenumfang haben, sondern auch eine Erkrankung verstärken, von der Sie oft nicht einmal wissen, dass Sie sie haben.

Den meisten Menschen ist Diabetes bekannt, ob Sie nun persönliche Erfahrung damit haben, oder nicht. Die Mehrheit von uns weiß, dass diese Krankheit in manchen Fällen genetisch bedingt auftritt, in anderen Fällen entwickelt sie sich über die Zeit. Worüber wir aber wenig wissen und noch weniger sprechen ist Prädiabetes.

 

Von Prädiabetes wird dann gesprochen, wenn die Glukosewerte im Blut “ zwar erhöht sind, aber immer noch unter den diagnostischen Kriterien für einen Typ 2‑Diabetes liegen ”. Prädiabetes führt zwar nicht immer unweigerlich zu Diabetes Typ 2, Menschen mit Prädiabetes haben jedoch ein höheres Risiko, nicht nur für eine Diabetes Typ 2-Erkrankung sondern auch dafür, eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln.

 

Doch wie wissen Sie, ob Sie gefährdet sind? Laut einem Fachartikel der Österreichischen Ärztezeitung ist die Entwicklung einer Diabetes-Erkrankung eng verknüpft mit dem Gewicht, so ist “ etwa die Hälfte aller Patienten mit Diabetes mellitus fettleibig mit einem BMI >30 ”. Neben dem Hauptrisikofaktor Gewicht zählen auch Alter, Geschlecht und Herkunft zu Risikofaktoren. Personen mit nicht-kaukasischer Herkunft sind demnach deutlich mehr gefährdet, an Diabetes zu erkranken. Eine mögliche Risikoabschätzung bieten Screening-Tests wie der in Finnland entwickelte FINDRISK, der vor allem bei Vorhandensein eines Risikofaktors in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollte.

 

Wie erfahren Sie nun, ob Sie Prädiabetes entwickelt haben? Die Diagnose anhand vorhandener Symptome gestaltet sich oft schwierig, deshalb gibt es hier nur eine definitive Antwort: testen. Es gibt mehrere Methoden , Diabetes-Tests durchzuführen. Wir stellen hier drei davon vor. Die erste Variante ist, den Durchschnitt der Glukosewerte im Blut über einen Zeitverlauf, mit Messung an unterschiedlichen Tagen, zu überwachen. Dieser Test ist als hbA1c-Test bekannt. Wenn ihr Ergebnis höher als 5,7% aber niedriger als 6,4% ist, haben Sie Prädiabetes. Die nächste Testvariante besteht darin, den Nüchternblutzucker, also den Glukoseanteil im Blutplasma, wenn Sie mindestens 8 Stunden lang weder gegessen noch getrunken (mit Ausnahme von Wasser), zu messen. Der Prädiabetes-Bereich liegt bei diesem Test zwischen 100 mg/dl und 125 mg/dl. Die letzte Testvariante ist der oGTT, der orale Glukosetoleranztest. Dabei wird die Fähigkeit des Körpers überprüft, Glukose zu verarbeiten. Liegt Ihr Ergebnis hier zwischen 140 mg/dl und 199 mg/dl ist Ihr Zuckerstoffwechsel gestört und fällt unter die Diagnose Prädiabetes.

 

Glücklicherweise gibt es Maßnahmen, die nicht nur dazu beitragen, Prädiabetes abzuwehren, sondern die im Falle einer Diagnose auch die Auswirkungen wieder rückgängig machen können. Veränderungen im Lebensstil, wie vermehrte körperliche Aktivität und Änderungen in der Ernährung, hier wird eine mediterrane Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten angeraten, und die Verringerung des Körpergewichts bei vorhandenem Übergewicht werden von Univ. Prof. Bernhard Ludvik von der 1. Medizinischen Abteilung an der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien empfohlen. Mit einer Lebensstiländerung, die vor allem bei Frauen und älteren Menschen gute Auswirkungen gezeigt hat, kann das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um 39% gesenkt werden.

 

In Deutschland leben ungefähr 7 Millionen Menschen mit der Diagnose Diabetes. Diabetes gehört zu den häufigsten nicht-übertragbaren Erkrankungen – und die Zahlen steigen. Dabei ist die Potenzial für die Prävention dieser Krankheit sehr hoch. Diabetes Netz Deutschland zufolge, senken gesündere Ernährung, Gewichtsabnahme und mehr Bewegung das persönliche Erkrankungsrisiko signifikant und kann die teils hohe Belastung durch eine Erkrankung – dazu zählen auch schwerwiegende Folgeerkrankungen bis hin zur Dialysepflicht oder gar Amputationen verhindern.

 

Wenn Sie nun denken, dass bei Ihnen das Risiko einer Prädiabetes besteht, ziehen Sie einen Test in Betracht. Je früher Sie Maßnahmen ergreifen, umso eher können mögliche Auswirkungen wieder rückgängig gemacht werden. Und denken Sie daran: regelmäßige körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und das Beibehalten eines gesunden Körpergewichts helfen nicht nur bei der Diabetes-Vorbeugung, sondern verbessern Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden ganz allgemein.

Annelise Driscoll

Annelise is a graduate of Hamilton College who enjoys writing, reading and roller derby. When she isn't noveling, she can be found doing yoga and watching British baking shows.
Loading Article...